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Apr 292011
 

(Bad) Coming out

Erstmals wieder rechte Aktivitäten in Wilhelmshaven

Logo Nazi Faust(mt) Viele Jahre war es ruhig in Wilhelmshaven. Die rechte Szene galt als ausgestorben. Engagierten Menschen ist es zu verdanken, dass die Straßen unserer Stadt lange Zeit nazifrei waren. Viele hochrangige Nazis waren mittlerweile im Gefängnis, und die letzten Strukturen wie z.B die der AG Wiking lösten sich auf. Doch nun kam erstmals wieder zu rechten Aktivitäten in Wilhelmshaven. In der Nacht vom 2. auf den 3.April machte sich eine Gruppe von Jungnazis, angetrunken vom Frühlingsfest am Sportforum, auf den Weg zur „Alten Molkerei“ in der Genossenschaftstraße. Hier griffen sie eine Wohnung samt Mieter an. Es kam zu Steinwürfen gegen die Personen. Später zogen sie weiter zum nächsten alternativen Wohnprojekt in der Rheinstraße. Pöbeleien und rechtsradikale Parolen waren dort zu vernehmen. Anschließend klebten sie NPD-Aufkleber an das Parteibüro der LINKEN in Wilhelmshaven. Dort wurden vier Täter von der Polizei festgenommen.

Am Montag, den 11.April versuchte die Gruppe in die Wohnung eines der Sprecher des Wilhelmshavener Netzwerkes gegen Rechts zu gelangen. Es sind fünf junge Männer und eine Frau. Schnell schließt sich die Wohnungstür, und die Videoüberwachung wird aktiviert. Auf dem Bildschirm der Überwachungskamera kann der Antifaschist beobachten, wie die Gruppe alle Türen des Hauses abläuft und nach ihm sucht. Sie klingeln an Türen, schlagen gegen die Türblätter. Inzwischen ist das gesamte Haus per Telefonkette gewarnt. Die Polizei ist alarmiert, braucht aber mehr als 20 Minuten bis zum Einsatzort in der Rheinstraße. Aggressiv schlagen die jungen Nazis gegen die Wohnungstür. Da niemand öffnet, ziehen sie ab. Vorher verteilen sie noch faschistische Flugblätter im Hausflur.

Um ca. 18:30 Uhr desselben Tages kam es dann zu einem weiteren Versuch eines Angriffes vor dem DGB-Haus. Die Jungnazis wollten das Treffen des Netzwerkes gegen Rechts stören. Doch durch die bereits vor Ort befindlichen Einsatzkräfte der Polizei und des Staatsschutzes wurden sie festgesetzt. Es kam zur erneuten Aufnahme der Personalien und zur Erteilung eines Platzverweises.

Bei den Jungnazis handelt es sich laut Stopp Rechts um Benjamin D., Tim Sch., Jens Malte H. und Marcel H.. Begleitet wird diese Gruppe von einem jungen Mädchen namens Katharina S., die sich jedoch bislang eher passiv verhält. Der bekannte „Altnazi“ Christian Schn., der gerade 3 Jahre in Haft saß, weil er einen Gebetsraum angezündet hatte, soll nach derzeitigem Ermittlungsstand Leiter der Gruppe sein.

Auffallend ist die Dreistigkeit der Gruppe sowie der blinde und gewaltätige Aktionismus, mit dem sie ihre Ziele attackieren. So fehlt jegliche Angst vor möglichen Konsequenzen, was wiederholt zur Festnahme und Feststellung der Personalien führte. Es handelt sich bei den Jungnazis jedoch nicht um eine gefestigte Struktur. Nach derzeitigem Erkenntnisstand fehlen Kontakte zur regionalen und überregionalen Szene. Ebenso existieren keinerlei eigene Flugblätter. Vielmehr handelt es sich um eine lose Gruppierung ohne ideologische Festigung. Hierfür spricht auch die szenefremde Kleidung, die eher dem Hip-Hop-Stil entspricht. Auch wenn eine Überdramatisierung fehl am Platz sei, so ist die Situation auf jeden Fall erst zu nehmen, teilt das Netzwerk gegen Rechts mit. Es werde mit offenen Augen die Lage beobachten und sich weiteren Gewalttaten der Nazis entschlossen entgegenstellen.

Um den Jungnazis künftig das Handwerk zu legen, sind Meldungen an die Polizei ratsam. Hinweise für weitere Aufklärung der Geschehnisse und Aktivitäten bezüglich der Gruppe werden vom Netzwerk gegen Rechts erbeten.

Logo Stop Rechts

Im Gedenken an den 25. Jahrestag der Tschernobylkatastrophe informierte das Aktionsbündnis gegen Atomkraft mit einem Informationsstand die Wilhelmshavener Bevölkerung. Der Infostand stieß auf großes Interesse – leider fühlten sich auch die Neo-Nazis angesprochen. Sie tauchten am Stand auf, rissen ein Transparent runter und drohten damit, den Stand umzureißen. Die herbeigerufene Polizei nahm die Personalien auf (unter anderen wieder der schon im obigen Artikel erwähnte Christian Sch.) und die Nazis konnten den Heimweg antreten. (Siehe auch „Abschalten“)

 

 

 Posted by at 17:33

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